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So führst du dein Unternehmen sicher durch die Krise

Das Wesen von Krisen ist es, dass sie schlecht planbar sind. Klar, jeder Unternehmer sollte einen Notfallplan ausgearbeitet haben. Aber ganz ehrlich: die wenigsten Unternehmer, die ich kenne, haben so etwas fertig in der Schublade liegen oder sind ausgebildete Krisenmanager. Das ist meiner Meinung nach auch ok so. Denn viele Unternehmer planen ihr Unternehmen häufig sehr klug intuitiv und sind damit erfolgreich. Da ist es schwierig, sich einen Notfallplan zu erstellen. Und es lief ja auch ziemlich gut in den vergangenen Jahren. Da hat einfach die Zeit gefehlt für eine solide Notfallplanung.

 

Umso stärker ist die Wucht, mit der dich die Krise trifft

Wenn du nun allerdings von der aktuellen Krisensituation, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, betroffen bist, dann heißt es einen klugen Kopf zu bewahren. 

In Krisensituationen, wenn wir sehr gestresst oder schon panisch sind, sehen wir weniger Möglichkeiten, als die, die uns tatsächlich zur Verfügung stehen. Wir engen unseren Blick ein und beschränken uns auf immer die gleichen (meist negativen) Gedanken. 

Fast kann ich dich vehement sagen hören: „Ja, das mag sein, aber in meinem Fall habe ich alles durchgedacht, es gibt wirklich keinen Ausweg mehr…“ Das glaube ich allerdings nicht! 

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass es immer eine Möglichkeit gibt. Manchmal kann die schmerzhaft sein oder auch mit Verzicht oder tiefen Einschnitten verbunden. Aber Lösungen gibt es mehr als die, die wir auf den ersten und oft auch auf den zweiten Blick sehen. Das musst du mir jetzt einfach glauben, dahinter verbirgt sich meine jahrelangem Coaching- und Trainingserfahrung (und eigene Erfahrung). 

Elementar, um in einer Krisensituation gut durchzukommen, ist deine innere Haltung! Das kann ich gar nicht genug betonen.

 

Genau hier liegt der Ansatz zum Handeln!

In guten Zeiten ein Unternehmen oder eine Abteilung zu führen ist vergleichsweise einfach. Klar, Führung erfordert eine Reihe von Kompetenzen und eine Haltung, aber wenn die Auftragslage gut ist, verzeihen Mitarbeiter fast alle Führungsfehler. Das hat dann nicht so massive Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen, eher auf die Stimmung im Unternehmen und auf die Leistung eines jeden Einzelnen. Aber das ist ein anderes Thema. 

 

Unternehmensführung braucht die richtige Haltung – erst recht in Krisenzeiten

Führung fängt bei sich selbst an – ein alter Hut. Auch klar ist den meisten mittlerweile, dass die eigenen Gedanken die Taten beeinflussen. Das ist alles leicht gesagt. Aber worauf im Detail achten in Krisenzeiten? Was brauchst du als Krisenmanager?

 

Raus aus der negativen Gedankenspirale

Du musst (ich wähle hier ganz bewusst „müssen“, ein Wort, das im Coachingalltag ja normalerweise nicht vorkommen soll), also du musst aus deiner negativen Gedankenspirale rauskommen. Deine innere Haltung ist entscheidend dafür, wie du durch die Krise kommst. Und du hast immer die Wahl, dich für deine Haltung zu entscheiden. 

 

Was also kannst du tun? Eine ganze Menge!

  • Schreibe einmal in Ruhe alles runter, was dir Sorgen und Nöte bereitet. Mache ruhig eine lange Liste und vor allem: schreibe von Hand! Schreibe möglichst detailliert. Die Liste ist nur für dich, wenn dir später noch etwas einfällt, füge es hinzu. Wenn es aus deinem Kopf raus ist und auf einem Blatt Papier steht, dann hilft das schon mal, dich zu entlasten.
  • Mache Pausen! Gehe eine Runde spazieren oder joggen, höre deine Lieblingsmusik oder mache eine Entspannungsübung. Du nutzt niemandem, wenn du dich selbst auslaugst. Schlafe genug und esse gesund. Es ist wichtig, dass du nun gut auf dich achtest. 
  • Vor allem: mache dir wirklich klar, dass du derzeit mit einem Tunnelblick unterwegs bist und dass es mehr Möglichkeiten gibt als die, die du momentan in Betracht ziehst. Du siehst im Moment nur einen Teil dessen, was noch geht. Wenn dir das bewusst ist, dann hast du schon einen wichtigen Schritt getan!

 

Das ist elementar, wenn du Mitarbeiter führst: 

Dein Team nun mit ruhigem Kopf zu führen ist besonders wichtig. Wenn du unsicher oder panisch bist, dann wird sich das garantiert auf dein Team übertragen. Eine unruhige Mannschaft kannst du nun keinesfalls gebrauchen. Mitarbeiter, die in Krisenzeiten das Gefühl haben, auf einem sinkenden Schiff zu sein, werden ihre Energie nicht mehr in dein Unternehmen stecken. Du brauchst aber jetzt jeden guten Mitarbeiter in deinem Team. 

Mache dir also ganz bewusst, wie du führst. Gerade in angespannten Zeiten zeigt sich, welche persönlichen Kompetenzen Führungskräfte, die jetzt gute Krisenmanager sind, noch abrufen können. 

 

Klar. Transparent. Direkt. 

Führungskräfte und Geschäftsführer sollten immer einschätzbar, also vergleichbar und nachvollziehbar für alle Mitarbeiter handeln. Gerade jetzt reflektierst du gut, ob du auch so handelst, oder ob du - getrieben durch deine Sorgen – für deine Mitarbeiter uneinschätzbar wirst. Mache dir ein solches mögliches Verhalten klar und steuere aktiv gegen. 

 

Kommunikation

Verbreite auf keinen Fall Unruhe, indem du Mitarbeiter mit deiner Panik oder deinen Sorgen ansteckst. Das sind deine Sorgen!

Sei aber deutlich in deiner Kommunikation. Beschwichtige nicht, wo es fehl am Platz wäre. Sage die Wahrheit, Mitarbeiter können (und müssen) das aushalten. Nun gilt es gut auszubalancieren: sei weder zu forsch , noch zu zaghaft. Nimm' die Ängste deiner Mitarbeiter ernst (auch, wenn dir diese Ängste im Vergleich zu deinen eigenen Sorgen banal erscheinen mögen). So stellst du Wertschätzung und Augenhöhe her. Lass dich aber nicht dazu hinreißen, deine eigenen Sorgen anzusprechen, wenn ein Mitarbeiter bei dir sein Herz ausschüttet. 

 

Führung

Lasse dir als Führungskraft die Führung nicht aus der Hand nehmen. Für viele Kollegen ist eine Krise ein guter Nebenschauplatz, um Machtspiele zu spielen. Dafür ist jetzt wirklich weder Zeit noch Gelegenheit. Prüfe aber (je nach Unternehmensgröße und Hierarchien), ob du mit einem Krisenstab, den du einberufst, gut beraten bist. Lege Aufgaben und Handlungskompetenzen deines Krisenstabs fest.  

 

Entscheidungen treffen 

Entscheidungen zu treffen ist gerade in Krisenzeiten nicht einfach, weil jede Entscheidung nun eine besondere Tragweite haben kann. Entscheidungen müssen aber trotzdem von dir oftmals zügig getroffen werden. Krisen verlaufen nicht linear, du kannst nicht vorhersagen, ob es bei deinen Entscheidungen einen kausalen Zusammenhang von Ursache und Wirkung geben wird. 

Wenn du wichtige Entscheidungen zu treffen hast, frage dich vorab, welche Alternativen zur Verfügung stehen. Hast du alle Informationen gesammelt, die du brauchst, um entscheiden zu können? Hast du alle Expertenmeinungen gehört, die dir zur Verfügung stehen und dein gesamtes Netzwerk genutzt? Bei jeder Entscheidung gibt es Vor- und Nachteile für die eine oder die andere Seite. Wichte diese Vor- und Nachteile. Manchmal gibt es auch ein diffuses Bauchgefühl. Merkst du das? Dann höre unbedingt genau hin. Was steckt dahinter? Wenn du alles berücksichtigt hast: entscheide!

Wenn du deine Entscheidung getroffen hast, informiere alle, die dazu informiert sein müssen. Lass nun keine Diskussionen mehr zu. Mache gegebenenfalls klar, dass du alles gründlich gegeneinander abgewogen hast und dies nun deine Entscheidung ist! Mache dir auch klar, dass es bei einer unpopulären Entscheidung auch Gegenwind geben wird und du das aushalten musst. 

 

Aktiv werden

Werde aktiv. Mache dir eine Liste der Dinge, die du tun kannst. Das ist in der Regel keine große Aktion. Das sind viele kleine Schritte, die oft in komplexer Weise zusammenhängen. Wichtig ist, dass du etwas tust. Wenn du dich deinem gefühlten Elend ergibst, wird sich garantiert nichts zum Positiven verändern. 

 

Kontakt halten 

Bleibe in Kontakt. Kommuniziere nach allen Seiten möglichst offen und transparent. Das ist gerade in Krisensituationen nicht einfach. 

 

Ok, Haltung und Kommunikation sind klar. Was nun? 

Wie lange der Weg aus der Krise heraus dauert ist auch abhängig davon, wie tief du betroffen bist und in welcher Geschwindigkeit du welche Maßnahmen umsetzt. Im ersten Schritt geht es darum, dein Überleben zu sichern. Da können auch unkonventionelle und ungewöhnliche Wege von dir eingeschlagen werden. Du solltest aber auch jetzt schon die Chance ergreifen und darüber nachdenken, in welche Richtung du dein Unternehmen entwickeln willst, wenn die Krise vorüber ist. 

 

Schritt 1

Überleben sichern

Nun geht es darum, das Überleben deines Unternehmens zu sichern. Lege fest, welche Maßnahmen an welchen Stellen möglich und notwendig sind und erarbeite einen detaillierten Plan für die kommenden 30 Tage. So hältst du das anfängliche Chaos möglichst kurz. 

Hole dir – wo nötig – dazu Experten mit an Bord und Unterstützung, auch von öffentlichen Stellen. Bleibe aber flexibel, prüfe deinen 30-Tage Plan immer wieder. Stimmt der Kurs? Musst du nachsteuern? Lege Kriterien fest, anhand derer du Beurteilungen fällen kannst. Verschriftliche deine Ziele, deine Ansätze zur Zielerreichung, deine Strategie und deinen Kriterienkatalog. Hier gibt es keinen lang ausgefeilten Plan. Wichtig ist, dass du einen ruhigen Kopf bewahrst, deine Entscheidungen mit Bedacht triffst und handelst. Improvisiere, wo es sein muss. 

Dein Wollen ist entscheidend

Mit einer in die Zukunft gerichteten Planung und Lagebeurteilung erhöhen sich deine Chancen, im Krisenverlauf den Überblick zu behalten und bei positiver oder negativer Veränderung in die richtige Richtung weiter zu steuern. 

Nutze die Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen und plane, wie weit du diese Möglichkeiten ausschöpfen musst, um gut durch die Krise zu kommen, ohne dein Geschäftsmodell zu zerstören. 

 

Schritt 2

Jetzt an die Zukunft denken und planen

Natürlich wäre es unsinnig, dir zu raten, die Zukunft schon zu planen, wenn du gerade am Beginn der Krisenbewältigung stehst. Aber je sicherer du durch die Krise steuerst, umso mehr Gedanken kannst du dir auch um die Planung der Zukunft deines Unternehmens machen. Bist du wirklich so gut aufgestellt, wie es vor der Krise war? Stimmt dein Geschäftsmodell noch? Welche Vision und welche Werte verfolgst du? Welche Schritte konkret mit der Entwicklung deines  Unternehmens verbunden sind, das kannst du hier nachlesen
Sich mit der positiven Zukunft deines Unternehmens zu beschäftigen hat auch noch den guten Nebeneffekt, dass du auch in der Krise schon dieses positive Ziel verinnerlichen und automatisch verfolgen wirst. 

 

Fazit: 
Deine innere Haltung ist entscheidend dafür, wie du durch eine Krise gehst. Und du bist für deine Haltung verantwortlich und beeinflusst sie. Es ist ganz normal, dass du in Stresszeiten nur einen Teil der Möglichkeiten siehst, die dir zur Verfügung stehen. Sorge also aktiv dafür, deinen Blick zu weiten. 

Wenn du auch noch ein Team führen musst, ist es umso wichtiger, dass du dich selbst gut führst. Sonst besteht die Gefahr, dass sich deine Negativspirale auf dein Team überträgt und du gute Mitarbeiter verlierst. Sei also gerade in der Krise deutlich und sage die Wahrheit, ohne andere verrückt zu machen. 

Und plane in die Zukunft. Zunächst das Überleben deines Unternehmens, aber dann auch gezielt deine Unternehmensentwicklung. 

Viel Erfolg!

Berichte mir gerne, wo es bei dir gerade hakt und welche Tipps du hast, um gut durch die Krise zu kommen. 

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